American Football – Wake Her Up / Boys Don’t Cry (SiriusXM Session)
„One of the most heartfelt and beautiful Cure covers I have ever heard”. Soll man widersprechen, wenn Robert Smith höchstselbst die Adaption von Boys Don’t Cry, die American Football für SiriusXM aufgenommen haben, so lobend abnickt?
Natürlich nicht – auch wenn sich Steve Holmes, Steve Lamos sowie die Kindellas Mike und Nate das nun nicht mehr als einziges Cover in ihrer Diskografie stehende Fade Into You sogar noch bezaubernder einverleibt haben.
“We replaced the jangle with some spindly guitars, slowed it down quite a bit, and added a mournful trumpet solo, but the plain-spoken adolescent longing remains as resonant as ever” erklärt Frontmann Mike und übt sich damit in Understatement: Komplett entschleunigt und traurig zum folkigen Fingerpickung verlegt verschieben American Football die ikonische Melodie und Hook von Boys Don’t Cry ein wenig. Die besagte Trompete, ein Glockenspiel sowie ein spät einsteigendes Besen-Schlagzeug addieren zudem ein jazziges Ambiente, dessen Ambient-Ende feierlich der Balance aus Trost und Sorgsamkeit entgegengleitet.
“The Cure just made it seem, they’re so playful. It’s just so disarmingly cute and honest. It’s like there’s no pretense, there’s no toughness. I think at a young age it was sort of reformative too. I mean literally, he’s saying boys don’t cry or whatever like you know, tongue and cheek. Yes, boys can cry and do cry. Anyways it’s an important band and important song“ so Kinsella weiter.
“The Cure, and specifically ‘Boys Don’t Cry’, has not only been fundamental to my growth as a songwriter but as much or more so on my development as a man. It just seemed like the perfect fit for a bunch of melodically-driven, emotionally available grown men to deconstruct and try to make our own.“
Tatsächlich fügt sich die zu Eigen gemachte Fremdkomposition nahtlos an das vorangestellte eigene Wake Her Up an.
Wobei es interessant ist, dass die (in einem solch zurückgenommenen Acoustic-Modus natürlich direkt an Owen erinnernde) Live-Version weniger The Cure-Ästhetik ihr Eigen nennt, als das (mit flächigen Synths und dem Drive der Drums daherkommende) entsprechende Studio-Pendant von LP4.
Klar gezupft perlende, polyrhythmisch verzahnte Gitarren und eine extrem reduzierte (von Nate übernommene) Percussion schwelgen im ätherischen Modus geduldig bimmelnd, die (von Steve gespielte) Trompete steigt schon früher für den Mittelteil als Begleitung ein und kehrt für das letzte Viertel zurück, das noch beruhigender und melancholischer angelegt ist. Die bei ihrem Auftritt von Mike Garzon (Gitarre, Gesang) und Cory Bracken (Synthesizer, Glockenspiel) verstärkte Band holt hier auch Justine Fallon hinzu, die den behutsam gehauchten Part von Wisp übernimmt. Und so traumhaft sicher auch Robert Smith gefallen dürfte.


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