Oliver
Cult Leader verschieben drei Jahre nach ihrem famosen 2015er Einstand Lightless Walk die Gewichtung der Heavyness in ihrem Sound. Eine Entscheidung, die A Patient Man auf eine breitere Basis stellt, aber dessen Durchschlagskraft auch ausfransen lässt.
Perlen vor die Säue: Erst sobald man sich auf Let Our Names Be Forgotten durch die mediokre Unausgegorenheit von Ragana gekämpft hat, servieren Thou zwei absolute Highlightsongs ihres makellosen Wahnsinnsjahres.
Wieder mit mehr Zug zur punkigen Eingängigkeit, aber weiterhin ohne die nachhaltige Klasse von einst: AFI agieren auf The Missing Man, ihrer ersten EP-Veröffentlichung seit knapp 16 Jahren, schmissig wie lange nicht.
Bilderbuch überraschen zuerst aus dem Nichts kommend mit der freudigen Nachricht von gleich zwei neuen Studioalben - und perfektionieren über das vorauseilende Mea Culpa dann aber vor allem den Troll-Faktor, den bereits das von dezidierter Verweigerungshaltung befeuerte Magic Life prägte. Der erste Teil des Doppelschlages plätschert ohne Stress jedenfalls zwanglos durch (ja,ja) Mumblecore-Songskizzen, R&b-Fragmente und spartanische Hypnagogic Pop-Ahnungen.
Wenn Margaret Chardiet als Pharmakon ganz frontalen Terror betreibt, beschwört Frederikke Hoffmeier als Puce Mary auf The Drought den vergleichsweise subversiv einwirkenden Elektronik-Noise-Horror.
Zum zweiten Mal in Folge ohne Wilco, wenngleich im Fahrwasser von Together at Last unweit der akustischen Reduktion von Schmilco und Sukierae positioniert: Jeff Tweedy spielt auf Warm ausnahmslos neue, aber doch ziemlich vertraute Jeff Tweedy-Songs. Wunderbar unspektakulär!
Vouna ist das geistige Ambient Doom/Black Metal-Kind von Yianna Bekris, die mit ihrem selbstbetitelten, pastoral dräuenden Debütalbum auch für das erste Release auf Artemisia Records sorgt.
Das Besetzungskarusell von Old Wounds hat sich mit der einen oder anderen Veränderung seit The Suffering Spirit von 2015 bisweilen sogar wieder in die Ausgangslage zurück gedreht, gibt für Glow aber vor allem eine ungenierte Sicht auf die Welt von AFI und Glassjaw frei.
Was im vergangenen Jahr bis zu einem gewissen Grad auch durch seine neuen Projekte Spit Spot und Push Over unterstrichen wurde: Letztendlich spielt es nur eine untergeordnete Rolle, unter welchem Banner Thomas Erak seine Songs veröffentlicht - sei es bei The Fall of Troy, Just Like Vinyl oder nun eben offiziell als Vorstand von The Shoreline.
Der Gag ist freilich längst erzählt, die Pointe an sich ausgereizt. Doch Eddie Argos rät nicht umsonst: "Watch the fuck out! Wir sind mit jugendlicher Energie zurück!" Tatsächlich ist das erste Art Brut-Album seit beinahe 7 Jahren trotz Schönheitsfehlern schließlich das Beste seit ihrem Debüt. Wham! Bang! Pow! Let's Rock Out!, fürwahr!










