Black Rebel Motorcycle Club – Live in Paris

von am 14. Juni 2015 in Livealbum

Black Rebel Motorcycle Club – Live in Paris

Der Black Rebel Motorcycle Club gehört zu der rar gewordenen Spezies Rockband, die noch eine archetypische, gefährliche und abgründige Anziehungskraft ausstrahlen. Die anrüchig aufgeladene, enorm dichte Atmosphäre ihrer Live-Auftritte einzufangen ist insofern erfahrungsgemäß ein umso schwierigeres Unterfangen.

Sechs Jahre nach ‚Black Rebel Motorcycle Club: Live‚ und fünf nach ‚Live in London‚ wagt ‚Live in Paris‚ im Sog der Doku 33.3% von Yana Amur dennoch den neuerlichen Versuch – mit abermals anhand von bestmöglichen Teilerfolgen überzeugenden Ausgang. Denn hat man die Band von Peter Hayes und Robert Levon Been bereits live performen gesehen, weiß man, dass ein konservierter Mitschnitt hier nie mit den Gegebenheiten vor Ort mithalten kann. Dass dem mutmaßlich auch bei diesem in Bild und Ton aufgezeichneten Gig der Fall ist, legen zumindest die Berichte jener Fans nahe, die den direkten Vergleich antreten können – gehört man nicht zu diesen Anhängern, die am 24. Februar 2014 in der französsischen Hauptstadt waren, bekommt man zumindest abermals eine stimmungsvolle Tonträgerkonservierung im 2CD+1DVD/3LP+DVD-Boxformat serviert, dazu durchaus ambitioniert in seiner Ausführlichkeit: „It’s difficult though with film to avoid making a band into just another reality show that’s crafted into a product on a shelf, and at the same time just painting a plain picture of a live concert would almost be like a dream without very much colour or feeling. In the end we have released two separate films to show both sides of the same coin. Live In Paris is the dream. And 33.3% is the morning after.

Been, Hayes und Shapiro brechen in Paris dafür aus den statischen Verankerungen gängiger Setlisten aus und servieren eingangs das letztjährigen (zum Zeitpunkt des Auftritts noch unveröffentlichten) ‚Specter at the Feast‚ in chronologischer Gänze – die Erkenntnisse um das siebente Studioalbum erweitert dies nur marginal: an der Reihenfolge der Songs hapert es ein wenig, aber vor allem mit den ruhigen Songs wie ‚Lullaby‚, dem hymnischen Melancholiemonster ‚Returning‚ oder dem live schlichtweg grandios funktionierenden ‚Lose Yourself‘ hat die Band neue todsichere Langzeit-Bänke auf Lager, die die Klasse der Amerikaner einmal mehr unterstreichen.
Der Rest: Ein einziges Schaulaufen der Hits: ‚Berlin‚, ‚Stop‚, ‚Spread your Love‚ oder ‚Whatever happened to my Rock’n’Roll (Punk Song)‚ drücken da mit einer lederbejackten Selbstverständlichkeit und verinnerlichten Lässigkeit aus den Boxen, die coolen Posen sitzen aber auch bei den zurückgelehnteren Outlaw-Exkursionen ala ‚White Palms‚ makellos. Eben: An sich ist ‚Live in Paris‚ eine enorm umfangreiche und sehr runde Höhepunkthatz geworden, an der es kaum etwas auszusetzen gibt. Die tatsächliche Intensität eines Black Rebel Motorcycle Club-Konzerts kann die Platte dann aber eben doch nur bis zu einem gewissen Prozentsatz einfangen. Was man dem Mitschnitt aber kaum zum Vorwurf machen kann, sondern höchstens den immensen Qualitäten des amerikanischen Trios schmeichelt.

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