Album
White Roses, My God war ein diffuses, sich selbst und alle anderen in einer entmenschlichten Verweigerungshaltung kasteiendes Werk, das Alan Sparhawk ohne Mimi Parker als seinen Fels in der Brandung in einer orientierungslosen Phase seines in Trümmern liegenden Lebens zeigte. Es war aber wohl auch nötig, damit er sich nun mit Trampled by Turtles dem Schmerz stellen und ihn zu einem nicht mehr für möglich gehaltenen Wunderwerk der heilsamen Katharsis übersetzen kann.
Sechs Jahre nach dem entwaffnenden Paradigmenwechsel Failure Sculptures setzt Christopher Mansfield den dort eingeschlagenen Weg im melancholischen Soft-Folk auf Prairie Tremens mit dezenten Anpassungen fort.
Dass Turnstile noch weiter durch die Decke in den Hype-Himmel gehen, ist schon nachvollziehbar, hat die Band mit Never Enough doch nichts anderes als ein noch ausgiebiger in die Kurven gelegtes Update ihres 2021er-Konsensalbums Glow On aufgenommen.
Die beiden Vorgängeralben haben wenig zuversichtlich entlassen und selbst Zweckoptimisten müssen zugeben: Alleine schon durch die Titelwahl tun Behemoth mit The Shit ov God vordergründig augenscheinlich alles, um endgültig zur Selbstparodie werden zu können.
Alaina Moore und Patrick Riley verabschieden sich nicht nur mit einem adäquaten Rant gegen Pitchfork von Tennis, sondern in Form von Face Down in the Garden auch mit dem siebenten tollen Album des Duos am Stück.
Nach dem ambitionierten 2023er-Monolithen Swatta legen Chepang dessen Nachfolger Jhyappa entlang von gerade einmal 18 Minuten Spielzeit eigentlich betont unmittelbar und sogar breitenwirksam trendig an. Dennoch wirft sie der Platte auch Stöcke zwischen die Beine, um schwer in sie hineinfinden zu lassen.
Chris Goss muss mit dem ersten Masters of Reality-Album seit Pine / Cross Dover vor 16 Jahren niemandem mehr etwas beweisen. Dieser Umstand verleiht The Archer eine entspannt seiner Vielseitigkeit fröhnende Leichtigkeit, verweigert der Platte aber auch die nötige Konsequenz.
Nach ihrem selbstbetitelten Debüt 2024 machen Blake Francis Bickel (Guitar, Vocals) und Drummer Garrett Michael Yates auf dem zweiten Bronson Arm-Album Casket Schwagg alles nochmal um das Quäntchen besser, weil kompletter und selbstsicherer, direkter und aggressiver.
Die vergangenen Jahre hat Steve Von Till die Nachwehen des mutmaßlichen Endes von Neurosis vor allem als Harvestman überstanden. Mit Alone in a World of Wounds bandagiert er den (allgemeinen Welt)Schmerz mit einer Schleife um seine Solo-Diskografie.
Dass die Vorankündigung Hip Hop-Einflüsse verspricht, macht höchstens in sehr relativer Hinsicht Sinn, erscheint dann aber zumindest nachvollziehbar. Jedenfalls lässt (der unlängst wieder durch die Lande streifende) Blues-Wizard Duke Garwood auf die vor fast einem Jahr erschienene multimediale Single Satin Warrior folgerichtig nun das gleichnamige, entsprechende Album folgen.










