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Mit ihrem (nominellen) Zweitwerk Backwater sind Fuoco Fatuo aus Varese in der Lombardei im Doom-Wahnsinnsjahr 2017 rückblickend etwas undankbar abseits der breiten Wahrnehmung vegetiert. Vielleicht ist der Nachfolger Obsidian Katabasis auch deswegen ein derart trostloser Akt des destruktiven Fatalismus geworden.
Was für ein Jahr für den zuletzt arg ins Hintertreffen geratenen Postrock: Nach einer tollen Liveplatte von Mono und einem abermaligen Schaulaufen von Mogwai krönen Godspeed You! Black Emperor den Genre-Output 2021 mit G_d's Pee AT STATE'S END! - und nebenbei auch gleich ihr eigenes Schaffen seit der Réunion.
Eine Bestätigung der Theorie hätte es so vielleicht nicht unbedingt benötigt, aber dank A History of Nomadic Behavior besteht nun zumindest Gewissheit: Selbst ein schwaches Eyehategod-Album kann eindeutig immer noch mehr, als ein Gros der rechtlichen Mitstreiter im Sludge-Morast.
Der Missing Link zwischen Full of Hell und Portal? Knoll ist jedenfalls ein Sextett aus Memphis, das mit seinem Debütalbum Interstice geradezu furios mit der ranzigen Noise-Tür ins Deathgrind-Haus fällt.
Dieses Ereignis sorgt trotz Hype-Eichung nicht zu Unrecht für eine veritable Schnappatmung samt feuchter Höschen in der trendigen Hardcore-Szene: Gulch und ihre Kumpels von Sunami treffen sich mit je zwei Songs zum Split-Pit.
Eigentlich sollte man nach dem selbstbetitelten 2017er-Debüt und Alter The Stunt von 2018 wirklich längst darauf vorbereitet sein, dass Melt Downer den Noiserock beherrschen, wie nur wenige in ihrem Business. Trotzdem überrascht es via III dann doch nochmal aufs neue, wie verdammt gut diese Band doch ist.
Was für eine Kür: Ad Nauseam spielen auf Imperative Imperceptible Impulse die progressiven Schmerzgrenzen auslotenden Avantgarde Tech Death Metal, vollgepackt mit existentialistischer Extravaganz und unorthodox-bizarrer Atonalität nahe der diffusen Ideallinie.
"If you like powerviolence, child evangelist glossolalia, Hermann Hesse’s poetry, Bach oratorios, harsh noise, early baroque chromatic organ music — I got you!“ LINGUA IGNOTA verspricht bei ihrer Rückkehr zum Bandcamp Friday mit AGNUS DEI nicht zu viel.
Die Highlights ragen vielleicht nicht mehr derart explizit aus der Masse hervor, dafür hat sich der ganzheitliche Blick auf das Gesamtwerk geschlossen: Portrayal of Guilt rufen ihr Potential auf We Are Always Alone ergiebiger ab.
Jede neue Attacke im ausufernden Repertoire von The Body hat das Potential zur Hit or Miss-Polarisation. I've Seen All I Need to See ist da an sich keine Ausnahme, zeigt das Duo aus Rhode Island aber in bestechender Form.










