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Wo man dem Nighwatchman und Gitarrist von Rage Against the Machine, Audioslave oder Prophets of Rage bisher primär sein seit Jahrzehnten stagnierend-limitiertes Gitarrenspiel und überschaubares Songwriter-Talent ankreiden konnte, kommen nun auch sein Musikgeschmack samt fragwürdigen Kontaktregister in die geschmacklosesten Ausläufer der Elektronikszene hinzu.
Rechtzeitig für die anstehende Australien-Tour legt Andrew Stockdale sein zweites Soloalbum (zumindest vorerst ausschließlich digital) vor: Slipstream entfernt sich jedoch kaum vom Sound der beiden Wolfmother-Wiederbelebungsversuche New Crown und Victorious.
Auf dem wunderbaren Away hat Will Sheff Okkervil River 2016 im übertragenen Sinn zu Grabe getragen, mit In the Rainbow Rain feiert er nun die Wiederauferstehung seiner Band anhand von zehn süffig-eingängigen Popsong in verspielter Variationsvielfalt.
Mit (dem 2017 in einer grandiosen Rundumversion neu aufgelegten) Lift to Experience-Debüt [amazon_link id="B01N8SKFMB" target="_blank" ]The Texas-Jerusalem Crossroads[/amazon_link] sowie seinem Solo-Einstand [amazon_link id="B004IJESY8" target="_blank" ]Last of the Country Gentlemen[/amazon_link] von 2011 hat Josh T. Pearson gerade einmal zwei vollwertige Studioalben benötigt, um sich eine enigmatisch zur Legendenbildung tendierende Reputation aufzubauen. Mit The Straight Hits! scheint er diesen Ruf nun demonstrativ untergraben zu wollen.
Näher ran an ein sechstes Studioalbum der Strokes wird man gefühltermaßen bis auf weiteres wohl nicht kommen, doch Albert Hammond Jr. muss sich mit Francis Trouble auch (ein weiteres Mal) gar nicht unbedingt eklatant vom Sound seiner Stammband - oder seiner bisherigen drei Soloalben - emanzipieren: Zehn smarte Indierock-Ohrwürmer erweitern die Diskografie des 37 Jährigen überraschungsarm, aber enorm zuverlässig.
Komponenten wie Time & Space spielen für das Quintett aus Baltimore keine Rolle: Turnstile schmeißen die Zeitmaschine an und feiern den Hardcore der späten 80er und frühen 90er - eine Party ohne Nostalgie, am besten im nahtlosen Durchmarsch konsumiert.
Auch 2017 gab es abseits regulärer Studiolangspieler natürlich zahlreiche fantastische Kurzformate im Dunstkreis aus Mini-Alben, Singles und Split-Releases zu entdecken. Auf 20 besonders herausragende Highlights dieser Exemplare soll an dieser Stelle rückblickend noch einmal explizit hingewiesen werden.
Nach seinem 2016 getätigten Besuch bei Massive Attack hat Tricky sich nun auch nach knapp zwanzig Jahren wieder mit seiner einstigen Muse Martina Topley-Bird im Studio ausgesöhnt. Wo man Adrian Thaws insofern nur zu leicht auf einem mit der Vergangenheit Frieden schließenden Nostalgie-Trip wähnen könnte, verliert Ununiform jedoch eher frustrierend unentschlossen seine Orientierung inmitten der sich aktuell auftuenden Perspektiven.
Das ist nur ein bedingtes Echo of Pleasure: Acht Jahre nach dem bis heute wundervollen Debütalbum ist weniger denn je von jenen Pains of Beeing Pure at Heart übrig geblieben, an die man 2009 sein Herz verlieren konnte.










