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Dunkler Shoegaze an der Schnittstelle aus verwaschenem Indierock und markigem Dreampop: DIIV rekonstruieren auf ihrem bisher besten Album den Sound ihrer Vorbilder zwar mit wenig originärem Charakter, aber mit geschicktem Songwriting - Deceiver wird seinem Titel durchaus gerecht.
Nach der famosen Record Store Day-Single vor wenigen Monaten legt Julien Baker mit Tokyo und Sucker Punch zwei neue Songs (zumindest digital) vor, die in physischer Form Subscribern der Sub Pop-Vinylserie vorbehalten bleibt.
Die Pause zwischen ihren Alben werden wieder kürzer, die Qualität bleibt jedoch annähernd hoch: Lagwagon verlängern mit Railer den mit Hang (2014) ausgerufenen zweiten Frühling, machen ihrem Unmut über den Zustand der Welt aber näher an ihren 1992er-Wurzeln Luft.
Nach einer bereits knapp vier Jahrzehnte andauernden Karriere - und damit eine Dekade nach dem Ende von Sonic Youth - legt die 66 Jährige Kim Gordon mit No Home Record doch tatsächlich noch ihr Solodebüt vor. Und was für eines.
Dass die Screamo-Urväter trotz ihres ersten Albums seit 18 Jahren in ihrer eigenen Hohheitszone aktuell von zahlreichen Epigonen wie etwa Lord Snow scheinbar mühelos überholt werden reicht offenbar nicht: Larry Records legt mit dem irgendwo zwischen Denkzettel, Spott, Parodie und Lehrstunde veranlagten Jeromes Dream-Bluff X die wohl ultimative Demütigung für LP vor.
Auf halben Weg zum Chinese Democracy-des-Progmetal-Treppenwitz haben Tool 4872 Tage nach 10,000 Days tatsächlich doch noch ihr fünftes Studioalbum veröffentlicht. Nach außen hin ist Fear Inoculum dabei vielleicht ein wertkonservativer Fanpleaser auf Autopilot, dahinter jedoch ein durchaus evolutionärer Brocken in latenter Verweigerungshaltung.
Die prolongierte Wiedergeburt von Slipknot führt mit We Are Not Your Kind tatsächlich weitestgehend zurück zu alten Stärken und neuen Perspektiven zwischen durchschlagender Härte und brutaler Eingängigkeit. Zumindest bekommt bekommt Vol. 3: (The Subliminal Verses) einen durchaus würdigen Nachfolger.
Scott Stapp hat es offenbar aufgegeben, als Geheimagent den (Ex-)Präsidenten auf seinen Fahrrad zu verfolgen und besinnt sich für sein drittes Soloalbum The Space Between the Shadows auf seine eigentlichen Stärken: austauschbaren Pathos-Rock, knietief im Grunge verwurzelt.
Wer den Witz hinter der Namensgebung der Callous Daoboys (Spoiler) zum Brüllen findet, hat wohl auch gute Chancen, den Humor der siebenköpfigen Band aus Atlanta auf Die on Mars generell zu teilen. Alle anderen können sich zumindest ambivalent am kompetenten, aber vorbildtreuen Metal/Mathcore der Platte aufreiben.
Als eine weitere Record Store Day-Absurdität wäre King's Mouth: Music and Songs aber auch wirklich eine Verschwendung gewesen. Nun erscheint das ursprünglich auf 4000 Vinylexemplare limitierte Werk zumindest in digitaler Form doch noch auch auf breitem Vertriebsweg als offiziell es 15. Studioalbum der Flaming Lips - und ist die eventuell beste Veröffentlichung der Band seit mindestens einem Jahrzehnt.










