Suche nach: high on fire
Mittlerweile fühlt sich ja jedes neue Album der Midwest Emo/Indie-Institution The Appleseed Cast ein bisschen wie ein kaum noch für möglich gehaltenes Comeback an. The Fleeting Light of Impermanence ist eines ihrer besten.
Die Feststellung, dass In the Land Of eines ihrer deutlich schwächeren Studioalben ist, klingt drastischer, als sie eigentlich ist: Wintersleep bleiben auch mit vermeintlich sorgloserem Singalong-Ton eine der zuverlässigsten, konstantesten und besten Bands des Indierock.
Warum Black Brick keinen Platz auf Ordinary Corrupt Human Love gefunden hat, ist offensichtlich: Härter als auf den nun als Standalone-Single veröffentlichten siebeneinhalb Minuten waren Deafheaven selten, schon gar nicht auf der für den Grammy nominierten Schönheit aus dem Jahr 2018.
James Blake schließt mit seinem vierten Studioalbum einen Kreis: Wo er das laufende Jahrzehnt als Trends-setzender Dubstep-Visionär begann, beendet er es über den Schmelztiegel Assume Form als ungewohnt schwungvoller Zeitgeist-Epigone mit der Leichtigkeit des schwerelos-verliebten Seins im Rücken.
Eine Pause von knapp einer Dekade passt ja durchaus zum zyklisch aus der Erinnerung heraus operierenden Charakter von The Good, The Bad & The Queen. Dennoch umso überraschender, dass sich die derart anachronistisch in der Vergangenheit verankerte Band erst von der Brisanz zeitpolitischer Gegebenheiten für Merrie Land aus der Reserve locken lässt.
Greta Van Fleet beweisen sich auch auf ihrem Debütalbum als unverschämt dreist blaupausende Led Zeppelin-Epigonen. Eine an sich unfassbar ironische Steilvorlage - im Falle von Anthem of the Peaceful Army aber die durchaus leidenschaftlich konstruierte Fortsetzung eines Hypes.
Rückblickend muss man sich schon fragen, ob die Bewertungsmaßstäbe für das Afterman-Doppel Ascension und Descension sowie The Color Before the Sun nicht gach zu niedrig angesetzt waren. Schließlich zeigt Vaxis – Act I: The Unheavenly Creatures, wo die Leistungsgrenzen von straight zu Werke gehenden Coheed and Cambria auch 15 Jahre nach ihrem Zenit In Keeping Secrets of Silent Earth: 3 noch liegen können.
King of Cowards hält, was Feed the Rats als Geheimtipp aus dem Jahr 2017 bereits im Groben versprach: Das Rock 'n' Roll 'n' Tonic Wine-Quintett aus Newcastle-Upon-Tyne mit dem penetranten Namen fokussiert sein zwischen räudigem Stoner und rörendem Doom zur Heavy Psych-Hatz anschwellendes Gebräu endlich soweit, um windschnittiger an der Genre-Speerspitze mitmischen zu können.
Damon Albarn setzt knapp 14 Monate nach dem von Gästen überlaufenen Zeitgeist-Sampler Humanz mit The Now Now zum minimalistischen Umkehrschub an: Nahezu ohne Features auskommend findet das sechste Studiowerk seiner Cartoonband erstaunlich nebensächlich zurück zu einem homogenen Albumwesen samt stimmigen Identitätgefühl der Gorillaz.
Von wegen Wildness: Snow Patrol gehen auf ihrem ersten Album seit knapp sieben Jahren keinerlei Wagnisse ein. Allerdings liefern die Nordiren über dem bisslos gespannten Netz samt doppeltem Boden rundum solide fabrizierten Formatradio-Alternative Rock, der zudem gut daran tut, alles bewusst eine Nummer kleiner aufzuziehen, als auf vorangegangenen Megasellern.










